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Preisträger*innen 2017

Zur Preisverleihung des freistil – Jugendengagementwettbewerbs am 20. Mai 2017 würdigten mehr als 100 Gäste das vielfältige jugendliche Engagement in Sachsen-Anhalt. Dazu waren engagierte Jugendliche, Vertreter*innen aus Politik und Unternehmen, die Förderer des Wettbewerbs und das freistil-Team in der Theatrale in Halle zusammengekommen. Insgesamt wurden 15 Jurypreise und ein Publikumspreis an die aktiven Jugendlichen vergeben. Die jungen Projektmacher*innen konnten sich über Preisgelder in Höhe von je 500 Euro sowie einen Sachpreis freuen. Die Preisgelder wurden von Spendern und Sponsoren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gestiftet. Sie dienen der Anerkennung und Stärkung des jugendlichen Engagements in Sachsen-Anhalt.

Die Preisträger*innen 2017:

Der landesweite 14. Jugendengagementwettbewerb wurde im Januar 2017 im Rahmen der Meile der Demokratie in Magdeburg eröffnet. Jugendliche bis 27 Jahren hatten bis Ende März die Gelegenheit, sich mit ihrem Engagementprojekt zu bewerben. So gingen insgesamt 54 Bewerbungen ein, hinter welchen über 800 junge Menschen stehen. Aus den Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury 15 Preisträger*innen aus. Dabei ging es neben den rein formalen Kriterien auch um Aspekte wie Partizipation, Nachhaltigkeit und Wirkung für andere Jugendliche. Den Publikumspreis wählten Internetnutzer*innen über die Projekthomepage und facebook aus. Bis zum 19. Mai wurden mehr als 7.000 Stimmen abgegeben.

Der freistil-Jugendengagementwettbewerb ist ein Projekt der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. und wird unterstützt durch das Land Sachsen-Anhalt, die Landeszentrale für politische Bildung, die Lotto Toto GmbH, die Stadtwerke Halle GmbH, die Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH, die Friedrich Ebert Stiftung, die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, sowie weitere langjährige Partner.

Preisträger*innen des 14. freistil-Jugendengagementwettbewerbs 2017

aid  Ernährungsführerschein: Lernen, was gut ist! (Halle(Saale))

Mit dem Projekt „aid Ernährungsführerschein: Lernen, was gut ist!“ führen zwei Studierende der Uni Halle Kinder im Grundschulalter an eine gesunde Ernährung heran. Die Kinder lernen dabei spielerisch, wie wichtig gesunde Ernährung ist, damit sie dieses Wissen in der Familie weitergeben können. Zwei Mal in der Woche besuchen die beiden Organisator*innen die Kinder im Hort August Hermann Francke und sprechen mit ihnen in theoretischen und praktischen Lerneinheiten über Grundlagen des Umganges mit Küchengeräten, die Ernährungspyramide, Esskultur etc. Der Praxisteil besteht aus Kochstunden. Nach Abschluss des Kurses erhalten die Kinder dann den „aid-Ernährungsführerschein“. Ziel dieser Präventiv-Maßnahme ist es, den negativen Auswirkungen ungesunder Ernährung vorzubeugen. Die Kurse starten Mitte April 2017.

Escuelita (Magdeburg)

Mit den Grundsätzen „Essen, Lernen, Spielen“ wollen die Initiator*innen der Escuelita in Magdeburg einen Raum für sozial benachteiligte Kinder schaffen und ihnen individuelle Förderung bieten. Jeden zweiten Sonntag wird mit einem gemeinsamen Frühstück in familiärer Atmosphäre gestartet, dann können die Kinder mitgebrachte Hausaufgaben individuell oder mit Hilfe erledigen. Im Anschluss können sich die jungen Gäste bei Workshops und Spielen ausprobieren und austoben. Dabei steht die Potenzialförderung der Kinder immer im Vordergrund. Jede Woche gibt es ein Oberthema, das ein bestimmtes Tätigkeitsfeld wie Kunst, Handwerk, Sport oder Kultur darstellt und in verschiedenen Workshops können die Kinder dann aktiv werden und so auch ihre eigenen Interessen entdecken. Zentral ist es außerdem, dass die Kinder ihre eigenen Wünsche und Vorschläge mit in das Programm einbringen. Ziel der Escuelita ist es, den Kindern eine Möglichkeit zu geben, ihr individuelles Potenzial in einer vertrauten Gruppe zu entfalten und sie dabei spielerisch zu fordern und fördern.

History Craft – eine virtuelle Ausstellung zum KZ Lichtenburg in Minecraft (Prettin/Annaburg und Lutherstadt Wittenberg)

Sieben Kinder und Jugendliche aus Prettin und Wittenberg haben das Schloss Lichtenburg, ein ehemaliges Konzentrationslager, in Minecraft nachgebaut und so die Möglichkeit eines virtuellen Rundgangs geschaffen. Die Projektteilnehmer*innen haben dazu das ehemalige KZ besucht und viele Informationen über den Ort und die Häftlinge von damals gesammelt. Mit diesen Informationen hat die Gruppe anschließend alles in Minecraft nachgebaut, programmiert und online gestellt. Hilfe von Erwachsenen kam nur in Form von Anregungen und Feedback. Die Kinder und Jugendlichen haben sich so intensiv mit regionaler Geschichte auseinandergesetzt. Der Zugang über Minecraft ermöglicht eine höhere Reichweite, da so Jugendliche mit historischen Themen erreicht werden können, die sich normalerweise eher weniger dafür interessieren. Geplant ist der Dreh eines Films, welcher in der Gedenkstätte zu sehen sein wird, damit auch Besucher, die kein Minecraft spielen, die alten Gebäude sehen und erkunden können.

Hotel Wien – Kulturzentrum |  Freiraum für Bewegung | Jugendkulturinitiative Bernburg e.V. (Bernburg)

Das ehemalige „Hotel Wien“ stand – wie viele historische Gebäude in Bernburg – lange leer. In Kooperation mit der Stadt Bernburg hat eine Gruppe junger Leute angefangen, einen Raum zu schaffen, in dem die Bürger*innen der Stadt Bernburg Dinge selbst in die Hand nehmen können und in dem auch größere Ideen wachsen können und umgesetzt werden können. So ist im alten „Hotel Wien“ seit Sommer 2011 ein stetig wachsendes Kulturprojekt entstanden, das auch als Begegnungsstätte, Location für Konzerte, Lesungen und Vorträge, Ausstellungen und als Raum für verschiedene Kunstprojekte genutzt wird. Durch die Angebote und die daraus resultierende Aufgabenpalette erhalten Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und vor allem selbst Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das Ziel des Projektes ist es, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern, die dann daran mitarbeiten, kulturelle Angebote in der Region zu erhalten und initiieren. Auch geht es darum, die jungen Menschen an gesellschaftliche Mitverantwortung und soziales Engagement heranzuführen. Zwischen den bisher eher getrennten Gruppen von Studierenden und anderen jungen Menschen in Bernburg wird Austausch und Begegnung geschaffen. Nicht zu Letzt steht auch die Verbesserung der Attraktivität Bernburgs als Wohn- und Lebensort im Zentrum des „Hotel Wien“.

Landesjugendforum der Jugendfeuerwehr Sachsen-Anhalt (Heyrothsberge/Biederitz bzw. ganz Sachsen-Anhalt)

Das Landesjugendforum der Jugendfeuerwehr Sachsen-Anhalt fungiert als Austausch- und Arbeitsgremium der gewählten Jugendsprecherinnen und –sprecher der einzelnen Jugendfeuerwehren im Land. Die Jugendlichen diskutieren aktuelle Themen, planen Projekte und setzen diese eigenverantwortlich um – dabei werden sie lediglich in Organisationsfragen und im Sinne der Aufsichtspflicht von Betreuern unterstützt. In der Vergangenheit haben die Jugendlichen beispielsweise ein Projekt gegen Alkoholmissbrauch realisiert und präsentierten sich mit einem Info-Stand auf verschiedenen Veranstaltungen im ganzen Bundesland. Das Landesjugendforum hat zum Ziel, jungen Menschen einen Raum für politische Bildung und Demokratieverständnis zu geben, in dem sie aktuelle politische Themen aufgreifen und diskutieren. Darüber hinaus bietet das Landesjugendforum den Jugendlichen die Möglichkeit, die Jugendfeuerwehren mit zu gestalten und hilft dabei, Hierarchien in den Feuerwehren zu überwinden und den Jugendlichen Gehör zu verschaffen. Die Landesjugendsprecherinnen und -sprecher haben bereits in verschiedenen Landkreisen und Gemeinden zur Gründung von Jugendforen beigetragen und arbeiten momentan an einem Informationsheft über Aufgaben, Funktionen und Ziele für künftige Jugendsprecherinnen und –sprecher.

Jugend(lich) bewegt + (ganz Sachsen-Anhalt)

Das Juniorteam der Sportjugend Sachsen-Anhalt erstellte gemeinsam mit minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten eine Webseite, mit welcher die Jugendlichen anhand von verschiedenem Foto-, Film- und Audio-Material ihre unterschiedlichen Lebenswelten zeigen. Außerdem hat das Team gemeinsame Sportaktivitäten dokumentiert, bei denen ein nicht-sprachbasiertes Kennenlernen der verschiedenen Jugendlichen möglich wurde. Ziel des Projekts war es, die Integration von jungen Geflüchteten zu fördern, sie für den Sport zu begeistern und die Sportjugend vorzustellen. Im Rahmen von zwei Workshops lernten sich die Jugendlichen kennen, lernten viel über Schnitt- und Fotografietechniken, sowie über die korrekte Aufnahme und Bearbeitung von Audiomaterial, arbeiteten an verschiedenen Inhalten für die Website und konnten sich sportlich betätigen. Das Ergebnis, ein multimedialer Pageflow mit verschiedenen Beiträgen, wurde vor einem Publikum vorgestellt. Auch nach Beendigung des Projektes arbeitet ein junger Geflüchteter weiterhin im Juniorteam mit.

Kinder- und Jugendtierschutztage (Halle (Saale))

Im Rahmen der Kinder- und Tierschutztage sollen junge Menschen den verantwortungsvollen Umgang mit anderen Lebewesen kennenlernen und sich mit artgerechtem Halten und Leben von Tieren auseinander setzen. Dazu stellen die Engagierten des Tierschutz Halle e.V. in Kursen gemeinsam mit Kindern Beschäftigungsmaterial für Kleintiere her und informieren über Wildtiere und Insekten. Ziel ist es, zukünftig als mobile Tierschutzlehrer*innen in Halle und Umgebung in Kindergärten und Schulen unterwegs zu sein, um über die Tierschutzarbeit aufzuklären. So sollen verschiedene naturschutz- und tierschutzrelevante Themen aktiv in den Unterricht eingebunden werden. Durch die Tierschutztage werden die beteiligten Kinder und Jugendlichen zu einem respektvollen Umgang mit Tieren sensibilisiert sowie deren Empathie gefördert. Junge Menschen lernen so, sich für andere Lebewesen einzusetzen und die natürliche Umgebung zu achten. Die Engagierten des Tierschutzvereins setzen sich wöchentlich mehr als 20 Stunden für den Tierschutz in Halle ein.

Leben unterm Stern. Jüdische Schicksale zur NS-Zeit in Quedlinburg. (Quedlinburg)

Nach einer Anregung durch den Dachverein Reichenstraße e.V. entwickelten und produzierten die fünf Teilnehmerinnen des Projektes einen Film, der sich mit dem jüdischen Leben in Quedlinburg zur NS-Zeit auseinandersetzt. Die Recherche zum Film stellte heraus, wie wenig dieser Teil der Geschichte im heutigen Stadtleben thematisiert wird – dies wird im ersten Teil des Films dargestellt. Im zweiten Teil findet eine Reise zurück in der Zeit statt, die die jüdischen Schicksale und Orte des jüdischen Lebens zeigt. Die Teilnehmerinnen recherchierten gemeinsam, erstellten ein Drehkonzept, machten Filmaufnahmen und sprachen Text ein. Anschließend wurde alles in einer Nachbearbeitungsphase zusammengefügt und fertiggestellt. Die Initiator*innen sehen den Film als einen Anstoß zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema. Das Ziel des Projektes war es, sich mit der jüdischen Geschichte Quedlinburgs auseinanderzusetzen, einen eigenen Zugang zu finden und in einem experimentellen Filmprojekt zu verarbeiten.

LINA (Halle (Saale))

In dem Projekt LINA setzen sich drei junge Menschen mit den Konsequenzen, Auswirkungen und Problemen von psychischen Beeinträchtigungen in Form von Depressionen, Verhaltensstörungen und Aggression auseinander. Um dieses Projekt in Bilder zu fassen, haben die drei von Oktober 2015 bis zum März 2017 an einem 80-seitigen Drehbuch gearbeitet, welches im Sommer 2017 mit Hilfe von engagierten Jugendlichen verfilmt werden soll. Die Teilnehmer sollen dabei spielerisch mit oben genannten Themen in Berührung kommen. Im Fokus des Filmprojektes steht dabei ein junges Mädchen, Lina, welches durch traumatische Ereignisse mit sich selbst zu kämpfen hat, dabei aber Freunde, Verwandte, Mitschüler und ihren Psychologen unter Druck setzt. Mit dem Film soll erreicht werden, dass die Zuschauer*innen einen Zugang zum Thema psychische Erkrankungen bekommen, welche zu selten thematisiert bzw. nicht ernst genommen werden. Momentan finden Castings, die Weiterentwicklung des Drehbuchs und die Vorbereitung von Kostüm, Requisiten und Drehort statt, so dass die Dreharbeiten im Sommer 2017 starten können.

Magic Room (Zeitz)

Mit dem „Magic Room“ haben Schüler*innen der Pestalozzischule Zeitz ein Projekt gestartet, bei dem Kleidungsstücke von Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und Freunden gespendet werden können – und einen Raum dafür geschaffen, in welchem die Kinder sich wohlfühlen und gern Kleidung anprobieren. Die bisherigen Kleiderspenden wurden im Keller gelagert, so dass die Kinder meist stigmatisiert wurden und sich schämten, wenn sie das Angebot nutzen wollten. Die Projektteilnehmer*innen bekamen von der Schulleitung einen Raum zur Verfügung gestellt, renovierten ihn und statteten ihn mit gespendeten Möbeln zu einer kleinen „Boutique“ aus. Die Schüler*innen erhalten hier seither kostenlos Bekleidung, Schuhe, Taschen, Sportzeug, Kosmetikartikel, Bettwäsche und auch Modeschmuck. Es ist ein Raum zum Wohlfühlen, Verkleiden, Schminken und Spaß haben geworden, so dass sich niemand mehr schämen muss. Im „Magic Room“ bekommt man auch ein Kleid für den Abschlussball oder Bettwäsche für die Klassenfahrt. Die Initiator*innen lernen dabei sehr viel über grundlegende Techniken zur Textilpflege und Textilgestaltung, denn sie reinigen, entfusseln und bügeln die neuen Spenden. Zukünftig wollen die Jugendlichen vom „Magic Room“ neue Dinge aus alten Textilien herstellen, in Kooperation mit der Töpferwerkstatt an Modeschmuck arbeiten und in den Sommerferien einen Workshop anbieten.

Move’n’Culture Festival (Halle (Saale))

Die Organisationsmitglieder des Move’n’Culture Festivals veranstalten seit 2010 das Hip Hop-Festival als offenen Raum für Kinder und Jugendliche jeglicher körperlicher oder wirtschaftlicher Voraussetzungen und Herkunft. Die Besucher*innen des Festivals können an verschiedenen Workshops aus der Hip Hop-Szene, wie beispielsweise Graffiti, Rap oder Breakdance, teilnehmen und sich untereinander vernetzen. Außerdem werden Vorträge zu hiphoprelevanten gesellschaftlichen Themen sowie ein Breakdance-Battle organisiert. Das Festival wurde mit dem Ziel gegründet, Kindern und Jugendlichen aus sozialschwachen Umfeldern eine alternative Alltagsgestaltung zu bieten, mehr Bewusstsein für sich selber und die gesellschaftliche Umwelt zu schaffen und sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstbestimmung zu stärken. Das Festival findet stadtteilübergreifend statt und verbindet Jugendclubs, Vereine und Freiwillige. Auch über das ganze Jahr finden von den Organisatoren begleitete Workshop-Reihen statt. Aktuell wird an der finalen Ausgestaltung des Festivals für 2017 gearbeitet – aber auch die Planungen für das nächste Jahr haben schon begonnen.

Students against Racism (Magdeburg)

Students against Racism ist eine selbstorganisierte, antirassistische Jugendgruppe, welche im März 2015, kurz nach der Gründung der MAGIDA, von jungen Menschen aus Magdeburg und Umgebung ins Leben gerufen wurde. Die 19 Jugendlichen setzen sich gegen jede Form von Diskriminierung, sei es aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Religion oder der Herkunft, entschieden ein. Die Gruppe will der Entwicklung sozialer und politischer Ungerechtigkeit und rechtspopulistischer Forderungen gewaltfrei entgegenwirken. Die Umsetzung erfolgt durch direkte Solidarität mit Opfern rechter Gewalt, Geflüchteten sowie von Abschiebung bedrohten und von Diskriminierung betroffenen Menschen. Ihr großes Ziel ist es, in Magdeburg eine solidarische und antirassistische Jugendkultur zu etablieren und dass auch junge Menschen lernen, dass sie ihre Zukunft sowie die zukünftige Politik selbst mitbestimmen und beeinflussen können. Momentan stehen Filmvorführungen, ein kritisches Jugendcafe und auch eine (Soli-)party in der Diskussion. In der Zukunft wollen die Students against Racism ihre politische Arbeit eher vom Schwerpunkt Demonstrationen hin zu Informationsveranstaltungen und Raum für Diskussionen verlagern. In jüngster Zukunft soll die Bundestagswahl im Fokus stehen.

Überfahrt – Geschichte einer Flucht (Halle (Saale))

Eine Gruppe junger Erwachsener hat es sich mit Podien, Workshops, Exkursionen und darstellendem Spiel zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit zum Thema Flucht und Asyl zu leisten, um Stereotype und rassistische Ressentiments zu durchbrechen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Dafür entwickelten sie eigenständig das Theaterstück „Überfahrt – Geschichte einer Flucht“, in dem es um eine Gruppe Geflüchteter im 19. Jahrhundert geht. Im Stück werden die Beweggründe und Gefühle, die einen Menschen vor, während und nach der Flucht beschäftigen, beleuchtet. Mittels des künstlerischen Prozesses setzten sich die Teilnehmenden mit der Situation von Geflüchteten auseinander und schauten dabei auf die Geschichte des eigenen Landes, um diese Erkenntnisse auf die aktuellen Fluchtereignisse zu übertragen. Mit zahlreichen Foren, Diskussionen und Ausflügen in Asylunterkünfte wurde der Kontakt zwischen jungen Geflüchteten und deutschen Jugendlichen gefördert.

VITAQUA (Halle (Saale))

Drei Schüler*innen fanden eine spielerische Methode, um Grundschulkindern das Thema Wasserverbrauch und -knappheit verständlich zu transportieren: So haben die jungen Engagierten ein Brettspiel entwickelt, bei dem es darum geht, mit verschiedenen Aktionen, wie Transaktionen oder Fragen-Beantwortung, einen ausgetrockneten See wieder zu befüllen. Außerdem sollen die Spieler*innen einen Haushalt mit wassersparenden Geräten einrichten, damit das gesparte Wasser in den See fließen kann. Der Projektgruppe wurde bewusst, dass Wasserverschwendung weltweit, aber auch in Deutschland Thema ist und beschloss, dass eine generationenübergreifende Aufklärung stattfinden muss. Sie stellten das Spiel auf einigen Spielemessen, mitunter sogar in Japan, aus und entwickelten zudem eine App dazu, welche nach und nach weiterentwickelt werden soll. Mithilfe von Kontakt zu verschiedenen Spieleverlagen wollen die Jugendlichen das Spiel zukünftig erweitern.

WillkommensKultur (Halle (Saale))

Eine junge Freiwillige hat im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen ihr eigenes Kulturprojekt auf die Beine gestellt, um den angekommenen Menschen ihren neuen Wohnort zu zeigen, ein Stück weit zur Heimat werden zu lassen, ihnen beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen und alles in allem zur Integration der „Neu-Hallenser“ beizutragen. Begleitet wird die Gruppe dabei immer von zwei freiwilligen Dolmetschern, die die Sprachbarriere zwischen Deutsch und Arabisch aufheben sollen. Gemeinsam gingen alle Beteiligten bereits zu einem interkulturellen Picknick, besuchten die Stadtbibliothek, die Freiraumgalerie und den halleschen Weihnachtsmarkt. Außerdem organisierte die junge Frau eine Weihnachtsfeier und hat schon weitere Aktionen für 2017 geplant. Zudem arbeitet sie an einer Kooperation mit dem Kunstmuseum Moritzburg, um dort ein Kunstprojekt zu realisieren.

Publikumspreis: Winterferien im Jugendclub „Zuflucht“ Elster (Zahna-Elster)

Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark, einer für alle – alle für einen“ verbrachten die Kinder und Jugendlichen in den Winterferien fünf Tage gemeinsam im Jugendclub, nachdem sie alles mit der Clubbetreuerin geplant und vorbereitet hatten. Es wurden Essensspenden eingesammelt, gemeinsam vorbereitet und gekocht. Außerdem luden sie zwei ortsansässige Unternehmerinnen ein und lernten viel Neues und Praktisches über Handarbeit und Kosmetik. Die meiste Zeit während der Ferienwoche waren die Kinder und Jugendlichen selbständig zum Spielen auf dem Gelände des Jugendclubs unterwegs oder erkundeten in der Umgebung Wald und Wiesen. Zum Ende des Ferienprogramms veranstalteten die Kinder und Jugendlichen einen Übernachtungsabend im Jugendclub unter Aufsicht der Clubbetreuerin und einigen Eltern. Am letzten Tag fand ein Faschingsfest statt, an dem alle mit Freude teilnahmen. Zum Ziel haben sich die Kinder und Jugendlichen gesetzt, noch mehr gleichaltrige Menschen aus ihrer Region anzusprechen und alle im Jugendclub „Zuflucht“ Willkommen zu heißen. Außerdem werden schon an einem Osterfest und einem Graffitiprojekt für die Zukunft gearbeitet.

Jugendengagementwettbewerb

Der landesweite Wettbewerb für junge Engagierte wird seit 2003 jährlich ausgeschrieben. Zur Preisverleihung steht Ihr mit Eurem Projekt im Rampenlicht und könnt präsentieren, was Ihr auf die Beine gestellt habt. Die Preisträgerprojekte erhalten 500 Euro Preisgeld!

Alles rund um die Bewerbung:

Beim jährlich stattfindenden Jugendengagementwettbewerb können sich alle Einzelpersonen und Gruppen bewerben bzw. vorgeschlagen werden, die

  • zwischen 14 und 27 Jahren alt sind
  • sich in Sachsen-Anhalt engagieren
  • ihre Idee bereits aktiv umsetzen oder umgesetzt haben
  • zeigen wollen, was sie machen!

Bewerbungsfrist 2018
Geben wir Ende 2017 bekannt

Bewerbungsunterlagen
Ihr könnt entweder den Bewerbungsbogen herunterladen und
uns per Post schicken oder Eure Bewerbung gleich online eingeben. Gern könnt Ihr Eurer Bewerbung noch Fotos, Zeitungsartikel oder Videos beilegen.

Engagementprojekte
Bewerbt Euch in den Kategorien Soziales, Umwelt, Sport, Kultur , Gesellschaft und Politik, Medien sowie „Sonstiges“ 😉 Beispiele für Projekte, mit denen Ihr Euch bewerben könnt, sind: Konzert für den guten Zweck, Klimaschutzprojekt, Kulturfestival, Kochworkshop, Anti-Mobbing-Video und vieles mehr. In unserer Doku findet Ihr die Preisträger*innen der Vorjahre. #beinspired

Preisverleihung
Den Termin und Ort der Preisverleihung geben wir rechtzeitig bekannt. Haltet Euch diesen Tag frei, denn es wird ein feierliches Event mit Workshops, Vernetzung und gaaaanz viel Anerkennung.

Publikumspreis
Beim Publikumspreis könnt Ihr täglich unter www.freistil-lsa.de oder bei facebook für Euer (Lieblings-)Projekt abstimmen! Sagt es weiter und motiviert andere – bis zum Tag der Preisverleihung sind drei Stimmen pro Tag möglich! +++ Update: das Online-Voting zum Publikumspreis 2017 ist beendet


Allgemeine Kriterien

  • Alter: Jugendliche zwischen 14 – 27 Jahren engagieren sich
  • Gemeinwesenorientierung: Das Projekt hat einen Nutzen für Dritte
  • Ehrenamtlichkeit: Das Projekt ist nicht kommerziell
  • Bezug zu Sachsen-Anhalt: Wohnort der Engagierten, Durchführungsort des Projekts o.ä.
  • Durchführung / Zeitraum:
    > Abgeschlossen: Es sollte 2015 abgeschlossen worden sein, nicht früher
    > Jetzt gerade: Das Engagement bzw. das Projekt wird gerade umgesetzt. Es soll sich nicht um eine Projektidee handeln, deren Umsetzung noch nicht begonnen hat
    > Dauerhaft: das Engagement kann schon seit Monaten oder Jahren bestehen

Jury-Kriterien

Im April entscheidet eine unabhängige Jury, bestehend aus Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Bereich Jugendarbeit und Engagementförderung, wer Preisträger*in wird. Folgende Aspekte sind der Jury besonders wichtig:

Partizipation
• Wer beteiligt sich am Projekt?
• Selbstständigkeit der Jugendlichen in ihrem Engagement, also: Wer bringt Ideen ein? Wer trifft Entscheidungen?
• Wer unterstützt das Engagement? Wen konnten die Projektmacher*innen schon von ihrer Idee überzeugen und wie sieht die Unterstützung aus?
• freiwillige Teilnahme der Engagierten? Ist das Projekt ggf. offen für Interessierte?
• Wer hat das Engagement ins Leben gerufen? Wer war Ideengeber*in?

Identifikation, Motivation
• Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Projekt, Umsetzung ihrer Idee
• die Jugendlichen überzeugen andere mit / von ihrem Projekt / ihrer Idee
• persönlicher und zeitlicher Einsatz

Originalität / Aktualität
• Kreativität oder aktueller Bezug?
• Orientiert es sich an einem konkreten Bedarf? Löst es ein Problem?
• Gibt es innovative Aspekte oder wird das Projekt weiterentwickelt?

Nachhaltigkeit
• Sichtbarkeit nach außen, Dokumentation, Nachvollziehbarkeit, Transparenz
• Berücksichtigung von ökologischen / sozialen / ökonomischen Aspekten?
• Ist es eine einmalige Aktion, ein fortlaufendes Engagement, sind Folgeaktionen geplant?

Wirkungskreis (z.B. Region, Menschen, Institutionen, etc.)
• Auf wen wirkt das Projekt? (Zielgruppe / Ziel)
• Wo findet das Projekt statt?

Vorbildfunktion

• Werden andere Jugendliche dadurch motiviert?

Vergangene Wettbewerbe

Bereits 13 Mal hat der freistil-Jugendengagementwettbewerb stattgefunden. Wer hat damals gewonnen? Wo engagieren sich Jugendliche? Wie viele Jugendliche haben sich an den Wettbewerben beteiligt? Das könnt Ihr hier nachlesen:

13. Jugendengagementwettbewerb 2015/2016 – herunterladen | auf Issuu ansehen

12. Jugendengagementwettbewerb 2014/2015 – herunterladen | auf Issuu ansehen

11. Jugendengagementwettbewerb 2013/2014 – herunterladen | auf Issuu ansehen

10. Jugendengagementwettbewerb 2012/2013 – herunterladen | auf Issuu ansehen

9. Jugendengagementwettbewerb 2011/2012 – herunterladen | auf Issuu ansehen